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Ein Blog zu 25 Jahren Orgel – warum?

– Was ist wirklich dran am Faszinosum Orgel? –

Ganz ehrlich, mein Klavier oder meine Geige besitze ich nun auch schon über 25 Jahre, und trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, zu ihrem 25-jährigen einen Blog zu schreiben. Ich habe nicht mal auf das Datum geachtet. Bei der Orgel ist das anders. Eine Orgel tritt ja auch nicht einfach durch Kauf und Aufbau in ihr Leben, sondern wird feierlich geweiht. Sie ist in der lateinischen Kirche das liturgische Instrument, ihre Qualitäten treten bei der mitunter gern kunstvollen Begleitung einer singenden Gemeinde klar hervor. Eine Orgelweihe ist daher für die ganze Gemeinde ein besonderes Ereignis, das in Erinnerung bleibt und das es wert ist, in Erinnerung gehalten zu werden.

Außerdem kann ich im Zusammenhang mit der Orgel auf einige Superlative verweisen, die sicher auch zum Faszinosum Orgel beitragen. Sie ist das bei Weitem monumentalste Instument, das wir kennen. Die Anschaffung einer Orgel für eine Kirche oder einen Konzertsaal verschlingt im Vergleich mit anderen Instrumenten das meiste Geld, ein Orgelprojekt kann mit einem Hausbau locker mithalten. Die Orgel ist das technisch komplexeste Instrument, und für ihre Beschreibung existiert ein eigenes riesiges Vokabular an Fachbegriffen. Schließlich kann die Klangfülle einer Orgel der eines ganzen Orchesters ebenbürtig sein.

Das alles mag Ursache dafür sein, dass das Interesse am Instrument Orgel groß ist, das Internet von Orgelseiten und youtube-Videos mit Orgelmusik quillt und die Fülle von Orgelschriften und -veröffentlichungen unübersehbar ist. Dennoch muss ich zugeben, dass ich damit eine zwar durchaus weit verbreitete, aber immer auch persönliche Begeisterung wiedergebe. Die der leidenschaftlichen Saxofonistin oder des passionierten Posaunisten für ihr oder sein Instrument ist selbstverständlich genauso berechtigt. Und das ist auch gut so, denn wenn’s nur Organisten gäbe, wäre es auch todlangweilig.

Orgelliteratur
Das Internet quillt, und der Bücherschrank auch.

Mich aber hat die Faszination an diesem liturgischsten, monumentalsten, teuersten und komplexesten Instrument Orgel nun mal gepackt, und so möchte ich an die Weihe unserer Jann-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul hier in Bad Soden-Salmünster erinnern. Ich gebe zu, dass ich und andere sich diese Erinnerung zunächst anders vorgestellt hatten, natürlich mit Veranstaltungen und Konzerten aus diesem Anlass. Jetzt lässt die Corona-Epidemie das alles nicht zu, und so müssen andere Wege und Mittel gefunden werden. Ein Blog, in dem ich aus meiner Erinnerung die Ereignisse wiedergebe, die dann schließlich in Bau und Weihe der Orgel gipfelten, könnte unter Corona-Umständen eine gute Möglichkeit sein, und die möchte ich nutzen. Eines ist klar: Ich kann mich dabei auf einige Dokumente, Bilder und Schriften aus dieser Zeit stützen, aber letztlich verbleibt ein subjektiver Anteil darin, woran und wie ich mich erinnere. Deshalb würde der eine oder die andere sicher einen Sachverhalt mal anders wiedergegeben oder vermisst einzelne Aspekte. Dazu kann ich nur das folgende Angebot machen: Wenn mich während der Zeit, in der ich den Blog schreibe und hier veröffentliche – das wird vom 1. Mai bis zum 24. Mai 2020 sein -, andere Darstellungen oder wesentliche Ergänzungen erreichen, werde ich das anschließend in einem Anhang zum Blog gern aufgreifen.

Den Abschluss des Blogs am 24. Mai soll dennoch ein Konzert auf der Jann-Orgel in St. Peter und Paul bilden. Weil das bis dahin sicher nicht live möglich sein wird, muss es virtuell erfolgen … mal sehen, was die technischen Möglichkeiten so hergeben. Bis dahin wünsche ich euch viel Freude beim Lesen dieser Seite, die hoffentlich mit ihren Texten, Bildern, Videos und der einen oder anderen Kuriosität auch einigen Unterhaltungswert bieten wird!

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