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Das nächste Projekt und Nachträgliches

Das war nun meine Schilderung des Orgelprojektes in St. Peter und Paul, und die ganze Pfarrgemeinde und ihre Gremien haben damit hohes Engagement und viel Mut bewiesen, um für die Gestaltung der Liturgie, von Konzerten und kulturellen Veranstaltungen in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten einen dauerhaften und nachhaltigen Grundstock zu schaffen.

Was wird jetzt das nächste Orgelprojekt in Bad Soden-Salmünster sein? Das steht tatsächlich schon fest: Es ist die Sanierung der Ratzmann-Orgel in der evangelischen Versöhungskirche in Salmünster! Diese Orgel war zuletzt Anfang der 90er Jahre gründlich überholt worden. Sie weist aktuell einen Holzwurmbefall auf, der auf jeden Fall saniert werden muss, um das Instrument zu erhalten. Bei einer Orgel mit pneumatischer Traktur sind größere Instandhaltungsarbeiten zudem öfter erforderlich als bei einer Schleifladenorgel. Es lohnt sich daher, bestimmte Arbeiten an der Traktur dabei gleich mitzuerledigen. Das Projekt unter dem Motto „Ohrwurm statt Holzwurm“ steht schon in den Startlöchern.

Und Stoff für weitere Orgelprojekte liefere ich auf Anfrage gern, Ideen habe ich (und haben andere) immer vorrätig …

Jetzt möchte ich auf meine Ankündigung zurückkommen, dass ich Anmerkungen und Ergänzungen, die ich während der Zeit des Blogs erhalte, in einem abschließenden Beitrag öffentlich mache.

Da ist zunächst die Ergänzung von Alexander und Ignaz Zahl zum Organistenteam. Hier ist noch zu erinnern an Otti Beisler, die in den 60er und 70er Jahren im Gemeindegottesdienst den Orgeldienst mit versehen hat sowie an den aus Hamburg stammenden Franziskanerpater Jordan Bieganski, der in den 50er und 60er Jahren besonders bei den vielen werktäglichen Messen aktiv war. Vielen Dank dafür, so weit haben weder meine Erinnerungen noch meine bisherigen Recherchen zurückgereicht!

Otto Hansmann hat in der Zwischenzeit in seinem Fundus noch Bilder vom Orgelaufbau aus dem Jahr 1995 gefunden. Hier sind der Zustand nach Aufbau der großen Gehäuseteile dokumentiert sowie Innenansichten mit Teilen der Traktur.

 

Außerdem hat er bei der Gelegenheit noch zwei Bilder von der Vorgängerorgel entdeckt, einmal mit, einmal ohne die besagten „Ohren“ von Bartel Brünner.

 

Wolfgang B. Moritz konnte seinem Archiv noch weiteres Bildmaterial vom Barockmarkt entlocken. In einer kleinen Collage stelle ich hier 12 Bilder davon zusammen, darunter ein von ihm gemaltes Ölbild mit Ansicht von St. Peter und Paul aus dieser Zeit und eine Urkunde der Druckerei vom Barockmarkt. Wer gern weiteres Bildmaterial von Wolfgang B. Moritz beziehen möchte, dem stellt er das gern per Download zur Verfügung. Fürs Zusenden eines Links dafür wende man sich sehr einfach und direkt an ihn unter der folgenden Adresse: wolfgangbmoritz[„ät“]googlemail.com

Damit hat der Orgelblog zum 25-jährigen Weihejubiläum mit seinen 24 hoffentlich bisweilen interessanten und unterhaltsamen Kalenderblättern seinen Abschluss gefunden. Wer die Orgel nun wieder einmal konzertant erleben möchte, ist herzlich eingeladen zum Orgelkonzert am kommenden Pfingstsonntag um 17 Uhr in St. Peter und Paul. Kostenfreie Karten gibt’s am Pfarramt in der Klostergasse 5.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen, die mich mit Bild- und Textmaterial, mit Filmen und Auskünften oder durch Verlinkung von der Homepage von St. Peter und Paul sehr bereitwillig und großzügig bei der Erstellung dieses Blogs unterstützt haben. Das sind in alphabetischer Reihenfolge: Rainer Bleek, Otto Hansmann, Sandra Henkel, Edgar Kleespies, Barbara Kruse, Irmgard Martin, Doris Müller, Wolfgang B. Moritz, Alexander und Ignaz Zahn.

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Ein ziemlich gutes Ende

– Abnahme und Ende des Orgelprojektes –

Dass das neuerbaute Instrument sehr gelungen war, bestätigte auch die Abnahmeempfehlung von Domorganist Hans-Jürgen Kaiser, die einen Monat später eintraf.

Die Bemerkung zur überaus gleichmäßigen Intonation der Orgel unterstreicht nochmals die hohe Qualität der vom Orgelbauer geleisteten Arbeit.

Auch aus heutiger Sicht hat sich das Konzept der Orgel mit ihrer Disposition nach barocken Vorbildern, die hier nochmal aufgeführt wird, und mechanischer Traktur sehr bewährt.

Disposition
Disposition der neuen Jann-Orgel im Jahr 1995

Die mechanische Spiel- und Registertraktur hat ihre Zuverlässigkeit heute unter Beweis gestellt. Eine Spielhilfe in Form einer Setzeranlage, mit der Wechsel der Registrierung auf Knopfdruck möglich sind, ist für den gottesdienstlichen Gebrauch in jedem Fall entbehrlich. Bei Konzerten ist es immer möglich, sich Unterstützung durch einen geschickten Registranten oder eine geschickte Registrantin zu erbitten.

Einige Jahre später war durch viele weitere Spenden und Aktionen die Orgel abbezahlt – die Gemeinde hatte es aus eigener Kraft geschafft, die beträchtliche Summe für den Kaufpreis der Orgel zusammenzutragen. Die Einigkeit und Motivation, mit der für dieses Ziel alle an einem Strang zogen, ist sicher im Rahmen des Orgelprojektes die bewundernswürdigste Leistung aller.

Die Disposition der Orgel ist heute in zwei Punkten verändert. Zum einen wurde im Jahr 2008 ein Zimbelstern hinzugefügt, also ein im Prospekt des Rückpositivs sichtbarer Stern, der in Drehung versetzt werden kann, sodass die daran befestigten Metallzimbeln hell klingen. Solche Effektregister sind im Barock verbreitet gewesen, sodass sich der Zimbelstern gut ins Gesamtkonzept einfügt. Zum anderen wurde die Vox humana des Echowerks durch eine Oboe ersetzt – da sich dieses Register nicht so leicht verstimmt. Ich finde den Preis dafür zu hoch, die Vox humana fügte sich an dieser Stelle stilecht und perfekt ins Konzept ein – und die Orgel hat ihre hohe Qualität schließlich genau dadurch erlangt, dass ein in sich völlig stimmiges Gesamtkonzept verwirklicht wurde. Leider konnte ich die Mehrheit der Kollegen von diesem Gestaltungsprinzip zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überzeugen.

Das Orgelprojekt hat damit seinen Abschluss erreicht. Und dieser Blog ebenfalls – beinahe! In den noch ausstehenden Beiträgen wird es einen Ausblick geben, und dann hatte ich ja zugesagt, dass Ergänzungen und Anmerkungen, die mich während des Bloggens erreichen, ihren Platz finden werden. Da kann ich schon versprechen, dass das nochmal ein spannender Beitrag wird!

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Lobpreis der Jann-Orgel

– warum mir (und vielen anderen) die Orgel in St. Peter und Paul gefällt –

Wie ist das Ergebnis des Orgelprojektes zu bewerten, haben sich alle Mühen und der ganze Aufwand gelohnt?

Zu dieser Frage kann man eine Antwort nicht „beweisen“. Es gibt die Ansicht, dass sich eine Orgel nie lohnt und man das Geld besser für andere Zwecke ausgeben sollte. Eine mögliche Entgegnung darauf gibt Pater Matthias in seinem Vorwort zur Orgelfestschrift, im Blogbeitrag zur Orgelweihe kann man es nochmal nachlesen. Aber wer der Orgelbautradition und der Orgelmusik nichts abgewinnen kann, mag sie aus seiner Perspektive zurecht vertreten.

Wer aber akzeptiert oder sogar befürwortet, dass Orgeln ein lohnender Gegenstand für Liturgie und Kultur sind, wird zu der Ansicht gelangen, dass mit der Jann-Orgel in St. Peter und Paul ein besonders gutes Exemplar dieser Gattung entstanden ist. Die Firma Jann befand sich zur Bauzeit auf einem Höhepunkt ihrer Firmengeschichte und hatte gerade noch wesentlich anspruchsvollere Projekte in Bamberg und München vollendet. Die von Dr. Preusler angestoßene Ausschreibung der äußeren Gestaltung der Orgel hatte für einen Wettbewerb von Könnern gesorgt, in dem sich ein hervorragender Entwurf durchsetzte. Schließlich hat die Entscheidung des Preisgerichts und des Verwaltungsrates der Pfarrgemeinde für die von Jann vorgeschlagene Disposition der Orgel nach barockem Klangbild dafür gesorgt, dass die Orgel Charakter hat, sich von dem, was allgemein so gebaut wird, abhebt und daraus heraushebt. Die Erfahrung von Jann mit diesem Klangbild hat dafür gesorgt, dass die Register und Pfeifen hervorragend zusammengestellt, gebaut und intoniert sind.

Das schönste Instrument zwischen Fulda und Hanau.
(Ottmar Reck)

So hat sie denn auch mein Orgellehrer Ottmar Reck, der selbst zusammen mit der Fa. Hey in der katholischen Kirche in Schlüchtern eine bemerkenswerte Orgel gebaut hat, als schönstes Instrument zwischen Fulda und Hanau bezeichnet. Und ich denke, wenn die Orgeln in Hanau und Fulda sich nicht auf einer anderen Größenskala bewegten, ließe sich das noch erweitern und hat bis heute Gültigkeit … zugegeben, in diesen letzten Sätzen mag die Begeisterung ein wenig mit mir durchgegangen sein, schließlich ist jeder Organist ein besonderer Fan „seines“ Instrumentes. Der Unterschied ist, dass das im Falle der Jann-Orgel nur allzu berechtigt ist ;-).

Weil es ja in diesem Blog auch hin und wieder etwas zu hören geben soll, möchte ich als Beleg für den herausragenden Klang hier eine kurze Aufnahme von Nicolaus Bruhns‘ Kleinem Präludium e-moll, gespielt auf der Jann-Orgel in St. Peter und Paul, zum Besten geben:

Wer es ohne Bild bevorzugt, klickt hier:

 

Das Stück ist in der Kirche mit einem Mikrofon mit Kugelcharakteristik aufgenommen worden, sodass man auch den Klang des Raumes hört. Natürlich ist der Eindruck eines Internet-Filmchens dennoch mit dem Klangerlebnis in der Kirche nicht zu vergleichen, das ist klar.

Was ist da genau zu hören? Das Präludium, das eigentlich ein Präludium mit Fuge ist, lässt die folgenden Abschnitte mit wechselnden Registrierungen zu:

0:00 bis 0:45: Prinzipalpleno des Hauptwerks mit Mixturen, gekoppelt ans Pedal, zusätzlich ist im Pedal die Posaune 8′ gezogen.

0:46 bis 1:37: Die Flöten 8′, 4′ und 1 1/3′ des Rückpositiv (I. unteres Manual) werden den Flöten 8′ und 2′ und der Viola 4′ des Echowerks (III. oberstes Manual) gegenübergestellt.

Nach einem kurzen Pleno-Teil folgt dann

2:04 bis 3:12: In der Fuge wird das Prinzipalpleno des Hauptwerks ohne Mixturen den eben beschriebenen Flöten des Rückpositivs und des Echowerks gegenübergestellt.

Nach einem weiteren kurzen Pleno-Teil folgt

3:32 bis 4:01: Jetzt ist das Prinzipalpleno mit Mixtur des Rückpositv kontrastierend zum Prinzipalpleno des Hauptwerks, das ans Pedal gekoppelt ist, zu hören.

Am Schluss werden noch die Trompete 8′ des Hauptwerks und in den allerletzten Takten die Bombarde 16′ des Pedals und alle Koppeln gezogen, sodass fast das volle Mixturen- und Zungenpleno der Orgel erklingt.

Damit hat man einigen typischen Klang der Orgel gehört, zumindest in einer Qualität, wie sie das Internet zulässt.

Wer noch viele der Klangmöglichkeiten mehr und live erleben möchte, ist herzlich eingeladen zum Orgelkonzert in St. Peter und Paul am Pfingstsonntag, dem 31. Mai 2020 um 17 Uhr. Da werde ich das Klangspektrum der Orgel beispielhaft an barocken und auch einigen romatischen und modernen Stücken aufzeigen. Karten gibt es kostenfrei auf dem Pfarramt von St. Peter und Paul in Bad Soden-Salmünster.

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Konzertante Highlights

– Höhepunkte aus 25 Jahren mit Konzerten an der Jann-Orgel –

Seit der Orgelweihe im Jahr 1995 sind nun 25 Jahre vergangen, und die waren auch gefüllt mit Konzerten, die an diesem hervorragenden Instrument stattgefunden haben. Eine Auswahl davon möchte ich heute bringen – die, das sei vorweggestellt, genauso subjektiv von mir getroffen wurde wie der Blog insgesamt durch mein persönliches Erinnerungsvermögen gefärbt ist. Ich stelle dar, woran aus den letzten 25 Jahren ich mich besonders intensiv erinne (und wovon ich noch Unterlagen zur Hand habe). Einige absolute Höhepunkte sind aber zweifellos dabei …

Am Sonntag nach der Orgelweihe gab Hans-Jürgen Kaiser das Weihekonzert der Orgel, und er stellte dabei besonders die barocken Klangmöglichkeiten des Instrumentes dar. Kontrastierend dazu spielte er zum Abschluss des Konzertes B-A-C-H von Franz Liszt.

Schon im Jubiläumsjahr eröffneten wir wie bereits berichtet eine Folge von „Orgelkonzerten heimischer Organisten“, und das wiederholten wir später noch oft. Ich stelle hier einige Programme solcher Konzerte dar, eines davon zusammen mit dem Kirchenchor. Einen Bericht von Barbara Kruse zu einem der Konzerte habe ich auch noch gefunden, darauf sind wir mit fünf der sechs Organisten, die im Jubiläumsjahr 1995 „im Amt“ waren, zu sehen. Nur Stefan Poppe fehlt. An der Orgel sitzt Christa Noll, die leider schon vor zweieinhalb Jahren verstorben ist.

Die Kantoren unserer evangelischen Schwestergemeinde in Bad Soden-Salmünster nutzten die Orgel in St. Peter und Paul auch gern und konzertierten darauf. Hier sind zwei Konzertprogramme von Eckhard Manz aus dem Jahr 1997 und Karin Dannenmaier Anfang der 2000-er Jahre – mit vielen zeitgenössischen Werken das Programm von Eckhard Manz, einfühlsam auf das Instrument abgestimmt von Karin Dannenmaier. Beide sind Könner ihres Faches und haben in ihrer Zeit in Bad Soden-Salmünster eindrucksvolle Konzerte gegeben. Leider ist Karin J. Dannenmaier heute nicht mehr unter uns.

Zwei weitere unstrittige Höhepunkte stellten die Konzerte des Wiener Stephansdomorganisten Prof. Peter Planyavsky etwa im Jahr 1998 und des Münchener Domorganisten Prof. Franz Lehrndorfer im Jahr 2004 dar. Beide haben die katholische Kirchenmusik und das liturgische Orgelspiel wie auch die Orgelimprovisationskunst entscheidend geprägt.

Einige Konzerte, an die ich mich einfach noch gern erinnere, mögen den Abschluss bilden. Da war das Konzert des Tubaquartetts „tubenrein“ im Jahr 1996. Ich erinnere mich daran besonders, weil die Akustik der Kirche den Klang der Tuben regelrecht aufblühen ließ. Und weil Karl-Heinz Küchler auf dem Euphonium zusammen mit mir an der Orgel ein Stück spielte, bei dem Tuba- und Orgelklang ideal miteinander verschmolzen. Ein Beleg für die Qualität der Jann-Orgel auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten.

tubenrein1996
Konzertprogramm tubenrein 1996

Schließlich erinnere ich mich an die wiederholten Konzerte zusammen mit dem Saxophonisten, Komponisten und Arrangeur Ton Verhiel aus den Niederlanden. Wir haben mehrmals in St. Peter und Paul und ein- oder zweimal auch in anderen Kirchen Programme mit Stücken für Saxophon und Orgel aufgeführt. Ton Verhiel bereicherte die Stückauswahl immer mit eigenen Kompositionen und Arrangements, und das gab dem Ganzen eine besondere Note – zeitgenössische Musik, interpretiert zusammen mit dem Komponisten selbst. Hier sind beispielhaft Programme und Flyer aus den Jahren 2003 und 2008 zu sehen.

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Orgelweihe

– am Ziel angekommen –

Am Himmelfahrtsfest 1995, dem 25. Mai, ist es soweit. Die termingerecht fertig gewordene Orgel wird in einem Festgottesdienst von Erzbischof DDr. Johannes Dyba geweiht. Danach erklingt sie zum ersten Mal vor dem Gloria mit einem jubelnden Messiaen-Stück, Domorganist Hans-Jürgen Kaiser ist an der Orgel. Der Kirchenchor gestaltet den Gottesdienst mit.

Die Predigt von Johannes Dyba steht ganz im Zeichen der Orgel. Er vergleicht die vielen Klangmöglichkeiten und Register der Orgel, die der Domorganist dazu auch erklingen lässt, mit der Vielfalt an Begabungen und Charakteren im Gottesvolk. Um die notwendige Harmonie herbeizuführen, dürfe man sich bei aller Verschiedenheit nicht gegenseitig nur zu übertönen versuchen und einander verachten, sondern müsse die Einigkeit im Glauben herausstellen.

Nach dem Gottesdienst findet ein Empfang im Pfarrheim statt, bei dem Otto Hansmann genauso wie in der Kirche viele schöne Bilder fotografiert und mir hier für den Orgelblog zur Verfügung gestellt hat. Beim Empfang kann man die Festschrift erwerben, die wir für die Orgelweihe zusammengestellt haben.

Den Abschluss des langersehnten Tages bildete eine Orgelvesper, bei der noch einmal Domorganist Hans-Jürgen Kaiser das neue Instrument beim Einsatz in der Liturgie vorstellte.

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Jetzt wird in St. Peter und Paul in die Hände gespuckt

– die Jann-Orgel wird endlich in der Kirche aufgebaut –

Die neue Orgel ist in Laberweinting gebaut worden, und wir haben uns im November 1994 das neue Instrument dort schon angesehen. Jetzt wird sie zerlegt, mit Lastwagen nach Salmünster transportiert und dort aufgebaut.

Damit das geschehen kann, bedurfte es einiger Vorbereitungsarbeiten. Schon im Jahr 1994 war mit ehrenamtlichem Engagement und großem (und gerechtfertigtem) Vertrauen in die Orgelbauwerkstatt Jann mit dem Abbruch der alten Orgel begonnen worden. Beim Salmünsterer Altstadtfest Anfang August 1994, dem Weihnachtsmarkt und anderen Gelegenheiten verkauften wir dann an einem „Marktstand“ Pfeifen der alten Orgel. Die Preise waren gestaffelt nach Pfeifenlänge und -größe, und es gab manche(n), der oder die einen ordentlichen zweistelligen DM-Betrag spendete, um mit einer der großen Prinzipalbasspfeifen nach Hause gehen zu können. Erich Poppe unterstützte den Pfeifenverkauf, indem er daraus in seinem Handwerkskeller hübsche Arrangements von Pfeifen anfertigte – wie es auf dem folgenden Bild zu sehen ist -, die sich umso besser verkaufen ließen.

Im Sommer 1994, unmittelbar anschließend an den Abbau der alten Orgel auf der zweiten Empore, wurde der Boden der ersten Empore geöffnet. Dort musste ein Stahlträger zur statischen Verstärkung der Empore eingezogen werden, um das Gewicht der neuen Orgel von ca. 7 t an einem wesentlich weiter vorn im Raum befindlichen Ort tragen zu können. Die Rückwand der Turmnische, in der die alte Orgel stand, wurde abgebrochen, sodass Licht nun von der Westfassade der Kirche her auch auf die zweite Empore fallen kann. Und das Kirchengewölbe, das sich in diesem vorher kaum sichtbaren und zugänglichen Bereich schon etwas abgesenkt hatte, musste ausgebessert werden.

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Sanierung der Turmnische

Wähend der Bau der Orgel an sich von der Diözese nicht bezuschusst wurde, was damals im katholischen Bereich allgemeine Praxis war, beteiligte sich das Bistum an den Kosten zum Umbau der Emporen, da hiermit auch eine Sicherung und Erhaltung des denkmalgeschützten Kirchenbauwerks verbunden war.

Nach diesen Vorbereitungsarbeiten konnte endlich mit dem Einbau der neuen Orgel selbst begonnen werden. Diese Arbeiten erstreckten sich über einige Wochen. Neben den handwerklichen Aufbauarbeit muss viel Zeit für die Intonation der Pfeifen vor Ort eingeplant werden. Jede Pfeife und jedes Register wird dabei einzeln auf den Raum, in dem die Orgel aufgestellt ist, abgestimmt. Gute Intonateure sind wichtige Mitarbeiter der Orgelbauwerkstätten, und ihre Arbeit erfordert sowohl Erfahrung als auch Talent. Die Intonation ist entscheidend dafür, dass die Orgel in ihrem Raum gut klingt. Bei der Jann-Orgel in St. Peter und Paul ist die Intonation einfach perfekt gelungen!

 

 

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Konzerte und ein Barockmarkt

– Ereignisse eines Jubiläumsjahres –

Gerade musikalisch sollte das Festjahr 1995 gebührend begangen werden, und das über den Orgelweihetermin an Christi Himmelfahrt hinaus. Wir haben damals eine ganze Konzertreihe geplant und durchgeführt.

Am ersten Maisonntag gastierte der Kammerchor der Frankfurter Universität in der Kirche, in dem ich damals mitgesungen habe. Auf dem Orgelpositiv, das uns der Orgelbauer für die Übergangszeit zwischen Abbau der alten Orgel und Weihe der neuen zur Verfügung gestellt hatte, trug ich als Organist noch einige Stücke für das Programm bei.

Nach der Orgelweihe Ende Mai, von der noch ausführlicher zu lesen sein wird, fanden im Juni der Barockmarkt und das Orgelkonzert heimischer Organisten statt. Am Barockmarkt beteiligten sich fast alle Salmünsterer Vereine und sehr viele aus den anderen Stadtteilen und boten nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Salmünsterer Altstadt ein ziemlich stilgerechtes Bild barocken Markttreibens. Wer sich einen visuellen Eindruck davon verschaffen möchte, kann in die folgenden youtube-Videos reinschauen, die wieder Wolfgang B. Moritz zusammengestellt hat.

Mit dem Orgelkonzert heimischer Organisten zeigten wir die Breite der Möglichkeiten auf, die die neue Orgel für Konzerte bot – ein konzertanter Einsatz der alten Orgel war wegen deren sehr beschränkten klanglichen Spektrums und der unzuverlässigen Traktur überhaupt nicht möglich gewesen. Diese reichhaltige Klangpalette haben wir seitdem immer wieder in vielen Konzerten genutzt!

Im August zeigte Thomas Wiegelmann die romantische Seite der neuen Orgel auf – ihre barocke hatten wir schon im Weihekonzert gut kennengelernt. Nicht zu vergessen: Im Juli hatte Thomas Wiegelmann auch das erste Konzert, ebenfalls mit vorwiegend romantischer Literatur, auf der sanierten Orgel in St. Laurentius gegeben.

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Orgelkonzert in St. Laurentius 1995

Raimund Murch und sein junger Chor „Hortus Musicus“ erfreuten das Publikum im Oktober mit einem schön zusammengestellten Chor- und Orgelkonzert.

Der Weihetag selbst, der 19. Oktober, wurde selbstverständlich mit einem weiteren Festgottesdienst mit Beteiligung von Kirchenchor und Instrumentalisten begangen.

Kirchenchor und die Kurpfalzphilharmonie unter Norbert Ross führten im Dezember nach intensiver Probenvorbereitung und vor großem Publikum den Weihnachtsteil von Georg Friedrich Händels „Messias“ auf, bevor das traditionelle Weihnachtskonzert von Chören und Orchestern des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums den Festreigen beschloss.

Ein würdiges Begehen des Festjahres 1995 – aber das Beste kommt noch …

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Das Festjahr 1995 steht ins Haus

– Vorträge, Konzerte und ein Barockmarkt –

Das Jahr 1995 ist nicht nur das Weihejahr der Jann-Orgel in St. Peter und Paul. Das Hauptereignis an sich war das 250-jährige Weihejubiläum der Pfarr- und Klosterkirche St. Peter und Paul, die nun im laufenden Jahr 2020 das Alter von 275 Jahren erreicht. Aus Anlass des 250-sten Kirchenjubiläums fanden eine ganze Reihe von Veranstaltungen statt, zu denen Vorträge über die Zeit des Barock, Konzerte ohne und mit der neuen Orgel und sogar ein Barockmarkt im ganzen Stadtteil Salmünster gehörten. Auch die Passionsspieler trugen mit einer Aufführung der „Salmünsterer Passion“ zum Jubiläumsjahr bei.

Nach zwei Jahren Vorbereitung hatten die Franziskaner im Jahr 1737 mit dem Bau einer neuen Kloster- und Pfarrkirche nach Plänen des Fuldaer Hofarchitekten Andrea Gallasini begonnen. Die Bauarbeiten einschließlich der Innenausstattung der Kirche zogen sich bis 1745 hin, da immer nur gebaut wurde, wenn genügend Spendengeld vorhanden war. Wie schon berichtet, gehörte zu dieser Innenausstattung auch die erste Kirchenorgel in St. Peter und Paul von Bartel Brünner. Nachdem das Kirchengebäude 1743 vom Guardian des Franziskanerklosters benediziert worden war, konsekrierte der Fuldaer Fürstabt Amand von Buseck am 19. Oktober 1745 die Kirche einschließlich der zu großen Teilen von kunstfertigen Franziskanerbrüdern geschaffenen Altäre. Das Wappen Amands von Buseck ist im Hochaltar von St. Peter und Paul, den er gestiftet hat, bis heute zu sehen. Viele weitere Erläuterungen zum Kirchenbau und den darin vorhandenen Kunstwerke finden sich heute zum Nachlesen praktisch zusammengefasst im Kirchenführer von St. Peter und Paul mit Texten unseres Pfarrers Dr. Michael Müller. Den 250-sten Jahrtag der Konsekrierung der Kirche galt es im Jahr 1995 zu feiern.

In mehreren Vorträgen einer „Erwachsenenbildungsreihe“ vergegenwärtigten Experten verschiedener Fachrichtungen Leben, Weltbild, Denken, Kunst und Musik des Barock. Der Frankfuter Oberstudiendirektor und Historiker Alfred Hansmann stellte unter dem Titel „Kirchenfürsten – Bürger – Bauern“ Leben und Gesellschaft im Kinzigtal in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit sozialen und wirtschaftlichen Aspekten lebendig dar. Der Leiter des Fuldaer Vonderau-Museums, Dr. Gregor Stasch, erläuterte im zweiten Vortrag die Kunst des Barock anhand der in St. Peter und Paul vorhandenen Kunstwerke, besonders der „Altarblätter“, der von den Fuldaer Malern Emanuel Wohlhaupter und Johann Andreas Herrlein, seinem Schwiegersohn und Werkstattnachfolger, geschaffenen Altarbilder. Unterstützt wurde Stasch dabei von Otto Hansmann, der diese Kunst dabei in Dias vor Augen führte. Ein weiterer Vortrag des Fuldaer Kirchenhistorikers Prof. Dr. Werner Kathrein behandelte „Die kirchliche Erneuerung im Zeitalter des Barock“, wie sie nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges stattfand. Die Reihe schloss mit einem Vortrag unseres Regionalkantors Thomas Wiegelmann, in dem er – unterstützt von seiner Frau Maria-Elisabeth Heisler-Wiegelmann – die Gestaltung von „Musik und Raum“ im Barock in Zusammenhang brachte. Er thematisierte mit Hörbeispielen und kurzen Musikvorträgen auch die von Komponisten durchweg verwendete Technik der „Parodie“, der Wiederverwendung von Musikstücken mit anderen Textunterlegungen, und den im Barock verwendeten „symbolischen“ Kompositionsstil, der beispielsweise feste Figuren für die Darstellung von Emotionen oder Instrumente immer wieder in bestimmten Bedeutungszusammenhängen einsetzte.

Eugen Heisler, Vorstandsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins, fasste in einem weiteren Vortrag kirchliche, politisch-historische und kunstgeschichtliche Aspekte anhand des Kirchenbaus von St. Peter und Paul zusammen.

So vorbereitet konnten wir das Jubiläumsjahr aufgeklärt begehen … mit zahlreichen Konzerten, dem Barockmarkt und eben Einbau und Weihe der neuen Orgel.

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Der erste Blick auf unsere neue Orgel

– die Orgel entsteht in der Orgelbauwerkstatt in Allkofen –

Nun sind wir gewissermaßen auf der Zielgeraden, die Spannungskurve des Orgelprojektes strebt unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen, und wir fiebern mit. Wir schreiben jetzt das Jahr 1994, und nach dem Wettbewerb mit der Ausschreibung von Orgel und Gehäusegestaltung und dem ersten Besuch in Laberweinting haben wir uns noch einmal ein wenig abgelenkt mit der Orgelsanierung in der Versöhnungskirche und der Beschaffung einer Friedhofsorgel für Bad Soden im Jahr 1993. Auch die Firma Jann war in der Zwischenzeit nicht untätig, die großen Orgeln im Bamberger Konzertsaal und dem Münchener Dom zu Unserer Lieben Frau sind entstanden. Aber jetzt, im Herbst des Jahres 1994, ist St. Peter und Paul in Salmünster dran. In der Werkstatt in Laberweinting-Allkofen werden die Holzteile des Orgelgehäuses geschreinert und aufgebaut. In den Pfeifenwerkstätten wird Orgelmetall aus Zinn und Blei gemischt und gegossen. Ja, gegossen – es wäre nutzlos, das Metall für die Pfeifen aus einem Block zu walzen, solche Pfeifen würden nicht gut klingen. Stattdessen wird die Orgelmetallschmelze auf einem langen Tisch ausgegossen, sodass nicht wie beim Walzen ein verdichtetes Material entsteht, sondern ein relativ lockeres. Die Pfeifen werden in der Werkstatt vorintoniert, gestimmt und ins Gehäuse schon einmal eingebaut. Auch die Verbindungen zwischen Tasten, Registerzügen und Pfeifen, die Traktur der Orgel, wird aus Holzleisten und Metallstäben hergestellt und in der Werkstatt verbunden, damit man sich sicher ist, dass am Aufstellungsort mehrere hundert Kilometer entfernt wirklich alles wie geplant passt und funktioniert. So entsteht eine Orgel schon komplett in der Orgelbauwerkstatt. Man kann sich denken, wie groß die Hallen der Orgelbauwerkstatt Jann sein müssen, damit dort unsere Orgel und besonders die des Münchener Domes mit ihren Höhen darin Platz gefunden haben – bei der viermanualigen Münchener Hauptorgel sind die größten Pedalpfeifen 10 m groß, und das Gehäuse reicht 15 m hoch. Nach dem Aufbau in der Werkstatt wird eine Orgel dann zerlegt, transportiert und an ihrem Bestimmungsort wieder zusammengebaut. Dort findet noch die Intonation sämtlicher Pfeifen im Raum statt, und das Gehäuse wird mit seinem Anstrich vollendet, was alles bei einer ansehnlichen Instrumentengröße auch nochmal einige Wochen in Anspruch nimmt.

Darüber aber demnächst mehr … heute, im Herbst des Jahres 1994, besuchen wir als Gemeinde mit allen Beteiligten und Interessierten noch einmal die Orgelbauwerkstatt Jann in Laberweinting. Denn den Anblick der bereits zusammengebauten Orgelteile, den wollen wir uns nicht entgehen lassen, und wir können es kaum erwarten, nach so langer Vorbereitungszeit von über zehn Jahren das Ergebnis unserer Anstrengungen wirklich vor Augen zu sehen.

Von diesem spannenden zweiten offiziellen Besuch in Laberweinting kündet bis heute ein Video, denn auch auf dieser Reise hat uns Wolfgang B. Moritz begleitet und später das analoge Filmmaterial digitalisiert und auf youtube gestellt – diese Plattform gab es ja erst viel später, seit 2005, um genau zu sein. Wir können daher den Film dort sehen, uns an den ersten Anblick der Jann-Orgel im November 1994 erinnern und von da aus auch schon ein bisschen in die Zukunft des Festjahres 1995 blicken, von der hier noch ausführlicher die Rede sein wird.

 

 

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Noch mehr Orgeln in unserer Stadt

– der Second-Hand-Markt für Orgeln floriert –

Neben der Möglichkeit, eine Orgel für einen Kirchen- oder Gottesdienstraum individuell anfertigen zu lassen, rückt in den letzten Jahren vermehrt die Möglichkeit ins Blickfeld, eine gebrauchte Orgel aufzukaufen und an einem neuen Standort aufzustellen und in Gebrauch zu nehmen. Das hängt natürlich damit zusammen, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher überall stark abgenommen hat, sodass Gottesdienststätten und auch Kirchen aufgegeben wurden. Die dort aufgestellten oder installierten Orgeln stehen dann zur Verfügung. So floriert auch der Handel damit. Wer sich informieren möchte, muss nur einmal die Stichwörter „gebraucht“ und „Orgel“ in eine beliebige Suchmaschine im Internet eingeben, die sich ergebenden Möglichkeiten sind riesig. Vom einfachen Positiv ohne Pedal mit zwei oder drei Registern bis hin zur kompletten Kirchenorgel mit zwei oder drei … Manualen (!) und Pedal findet man alles. An manchen Stellen werden sogar elektronische Orgeln, Drehorgeln oder auch Cembali mit angeboten.

Wie beim Gebrauchtwagenkauf ist eine gewissse Vorsicht zu empfehlen. Am besten lässt man sich fachkundig beraten, beispielsweise durch einen Kirchenmusiker mit einschlägiger Erfahrung, wenn man eine Pfeifenorgel für das Eigenheim oder einen öffentlichen Verwendungszweck erwerben möchte. Denn natürlich weist das eine oder andere Instrument auch handwerkliche Mängel auf, und nicht jedes Instrument ist für jeden Raum empfehlenswert. Hier ist auf jeden Fall auch die Unterstützung durch einen Orgelbauer gefragt, um eine Orgel in einem anderen Raum aufzustellen und ihre Intonation an die akustischen Verhältnisse anzupassen. Die Kosten für eventuelle Reparaturen, Unterstützung bei Transport, Neuaufstellung und mögliche Neuintonation gilt es also bei den Angeboten in den Gebrauchtorgel-Portalen zu berücksichtigen. Und ein Kauf einer Gebrauchtorgel ohne deren vorherige Besichtigung und Prüfung ist ohnehin grob fahrlässig.

Den Vorstellungsreigen nicht individuell für einen bestimmten Raum angefertigter Instrumente in unserer Stadt möchte ich mit der Orgel in der Friedhofshalle Bad Soden eröffnen. Dieses Instrument stammt vom Orgelbauer Dieter Noeske aus dem Jahr 1993. Seine Werkstatt hatte damals wie berichtet auch eine größere Instandsetzung der Ratzmann-Orgel in der Versöhnungskirche durchgeführt. Er fertigte relativ witterungsunempfindliche Kleinorgeln für Einsatzzwecke wie den in einer Friedhofshalle nach eigenem einheitlichen Muster, also quasi Konfektion statt Maßanzug. Den damaligen Bezirkskantor Christian Hoffmann und mich überzeugte sein Angebot besonders auch im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, und so beschaffte die Stadt Bad Soden-Salmünster ein solches Instrument auf unsere Empfehlung hin.

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Auswahl der Orgel für die Friedhofshalle Bad Soden

Im Jahr 2005 wurde erstmals eine Pfeifenorgel für die Kirche „Unbefleckte Empfängnis Mariae“ in Ahl beschafft, und zwar genau auf die oben beschriebene Weise. Es handelt sich um ein Second-Hand-Instrument der Fa. Laukhuff in Weikersheim – die sich heutzutage auf Orgelteile wie beispielsweise Orgelgebläse zur Winderzeugung spezialisiert hat. Einzelne komplette Orgeln dieses Unternehmens gibt es aber auch, und eines davon steht nun in Ahl. Auf jeden Fall eine wesentliche Aufwertung, waren dort doch vorher nur immer elektronische Orgeln des niedrigsten Preissegments aufgestellt.

Auch in der Friedhofskapelle in Salmünster steht seit dem Jahr 2008 erstmals eine Pfeifenorgel anstatt eines elektronischen Instrumentes oder eines Harmoniums. Es handelt sich um eine Orgel der Werkstatt Alfred Führer, Wilhelmshaven, aus dem Jahr 1966, einer Blütezeit dieses Unternehmens. Landeskirchenmusikdirektor Martin Bartsch hatte geholfen, die Beziehung in einen Vorort von Paderborn aufzubauen, wo dieses Instrument von einer Kirchengemeinde nicht mehr benötigt wurde.

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Sponsoren und Mitwirkende am Orgelprojekt für die Friedhofskapelle Salmünster am 23.11.2008; Foto: Barbara Kruse

Als bislang letzte „Second-Hand-Neuanschaffung“ wurde für den Gottesdienstraum im Maximilian-Kolbe-Haus in Bad Soden im Jahr 2016 eine Orgel der Fa. Orgelbau Weise aus Plattling beschafft. Auch hier konnte die Situation an einem Standort, an dem vorher nur ein elektronisches Instrument verfügbar war, deutlich verbessert werden.