Allgemein

Brahms und Bratwurst

– Aktionen und Spenden für einen Orgelneubau –

Na gut, Entschuldigung, eigentlich müsste es, wenn schon, Bach und Bratwurst heißen. Der Johann Sebastian Bach kommt bei Kirchenmusikkonzerten viel öfter zur Geltung als der Johannes Brahms, dessen Orgelwerke alle in einen einzigen Band passen. Aber das gibt dann eine nicht ganz so schöne Alliteration, deswegen musste der Johannes Brahms jetzt mal für die Überschrift herhalten.

Da sind wir aber direkt  beim Punkt des Beitrages: So alleinentscheidend für die Spendensammlung bei einem Orgelneubau sind kirchenmusikalische Beiträge gar nicht – und ob man da dann Bach oder Brahms spielt. Sie setzen natürlich thematisch den Rahmen, und deswegen sind Kirchenkonzerte dafür schon unverzichtbar. Zudem wäre es auch widersinnig, wenn sich bei der Anstrengung, die ein Orgelneubau einer Gemeinde abverlangt, ausgerechnet die Kirchenmusik zurückhielte. Daher wurden auch in Salmünster bei Konzerten Spenden für die Orgel gesammelt. Der weitaus größte Spendenanteil für eine Orgel kommt aber anders zustande, und das muss hier auch gewürdigt werden.

Orgelbesichtigung1985
Möglichkeit zur Orgelbesichtigung im Sommer 1985

Durch die schon dargestellten Artikel in „St. Peter+Paul aktuell“ und andere Aktionen wie Orgelbesichtigungen, die die gesamte Gemeindeöffentlichkeit erreichen sollten und bei denen sich jeder selbst überzeugen konnte, war es gelungen, in der Breite Zustimmung für das Orgelprojekt zu gewinnen. So war es überhaupt möglich, dass an allen Ecken und Enden der Gemeinde Gruppen und Initiativen den Orgelneubau unterstützten und Spenden dafür gaben oder erwirtschafteten.

Als Spendengeber gab es einzelne in durchaus nennenswerter Zahl, die das Projekt mit nicht unerheblichen Beträgen unterstützten. Kollekten, die dem Orgelneubau gewidmet wurden, bei denen die Einzelspende kleiner ist, aber mehr Spender zusammenkommen, trugen ebenfalls wesentlich zur Finanzierung bei. Und dann gab es eben eine Fülle an Aktionen, im Rahmen derer mit Kuchenverkäufen, Getränkeausschank, Bratwurstgrillen, Feilbieten von Gestricktem und Gehäkeltem, Bilderverkauf, Flohmarkt und vielen, vielen anderen Ideen Spenden gesammelt wurden. Daran beteiligten sich alle Gruppen der Gemeinde, Frauengemeinschaft und Kirchenchor, Handarbeitskreis und Jugendgruppen, und darüber hinaus – auch nichtkirchliche Vereine ließen sich begeistern – und erwirtschafteten so einen erheblichen Spendenanteil. Deutlich wird es etwa an den Titelseiten der beiden Pfarrblätter zum Pfarrfest 1990, von welcher Breite das Projekt schließlich getragen wurde.

Jeder und jedem einzelnen, der oder die sich begeistern ließ, gebührt auch im Nachhinein nochmals Dank, denn die Kirchenmusik kann so ein Vorhaben allein nicht bewältigen. Es ist ein echtes Gemeindeprojekt, ein Projekt mit Brahms und Bratwurst und nicht entweder oder. Nur so war es möglich, dass im Jahr 1995 bei der Weihe der neuen Orgel schon ein erheblicher Anteil der notwendigen Finanzmittel vorhanden war.

FinanzierungStatus1995
Finanzierungsstatus 1995 zur Orgelweihe

Ganz klar, die in zehn Jahren zusammengekommene Spendensumme von 450 TDM spielt oder singt man weder heute noch damals allein mit Kirchenkonzerten zusammen. Die Frage heute ist, wie sich ein solches Engagement aller Gruppen der großen aktiven Gemeinde und darüber hinaus wiederholen lässt.

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