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Aus dem Olymp der Orgelbauer

– die Arp-Schnitger-Orgel in Norden –

Den Blog habe ich damit angekündigt, dass ich jeden Tag einen kleinen Text schreibe, dass es Bilder „von damals“ gibt und auch ab und zu „was auf die Ohren“, also etwas zu hören. Texte und Bilder gab es nun schon einige, da wird es heute Zeit, dass die auditive Seite zum Zuge kommt.

Von Orgelbauprojekten, die in unserer Nähe stattfanden, habe ich gerade berichtet. Wir haben dann auch Orgeln in größerer Entfernung besichtigt, davon wird noch die Rede sein. Und wir haben uns im „Orgelbauarbeitskreis“, der sich mit der Zeit zusammengefunden hatte, gefragt, welche Art von neuer Orgel in unsere Kirche passen würde. Eine Orgel ist immer höchst individuell. Das macht Sinn, weil die akustischen und räumlichen Voraussetzungen in den ebenso individuell gestalteten Räumen immer andere sind. Es ist aber auch einfach schön, dass die vielfältigen Möglichkeiten des Orgelbaus bei verschiedenen Instrumenten unterschiedlich genutzt werden. Orgelbau ist eine kreative, schöpferische Tätigkeit – kann man von einer Kunst sprechen? Thomas Jann, der Junior-Chef „unserer“ Orgelbauwerkstatt, sagte einmal auf eine entsprechende Frage, er fühle sich keineswegs als Künstler, der Orgelbau sei ein Handwerk. Es könne künstlerische Leistungen ermöglichen, sei aber selbst keine Kunst. Da ließe sich eine lange Diskussion aufziehen, angefangen bei der zum geflügelten Wort gewordenen etymologischen Einsicht „Kunst kommt von Können“ bis hin zu den Kunstbegriffen der Moderne und Postmoderne. Fest steht, dass es Orgelbauer von enormem Können gegeben hat und gibt, die stilbildend tätig wurden. Wir haben einen im Blog bereits kennengelernt, es ist Aristide Cavaillé-Coll, nach dessen Vorbildern die Orgel in Mariae Namen in Hanau gestaltet wurde. Ein anderer Orgelbauer aus dem „Olymp der Orgelbauer“ ist Arp Schnitger, der die norddeutsche Barockorgel zur Reife gebracht hat. Natürlich erwähne ich ihn deshalb, weil wir uns mit der Zeit darüber klar wurden, dass in eine barocke Kirche wie St. Peter und Paul es darstellt, die sogar als Denkmal dieser Zeit bestätigt ist, auch ein Orgelwerk hineinpasst, dass barocke Elemente aufnimmt, auf sie klanglich wie optisch antwortet. Und im barocken Orgelbau hat Arp Schnitger Maßstäbe gesetzt. Schon als Orgelschüler habe ich die von Karl Straube herausgegebene Sammlung „Alte Meister des Orgelspiels“ studiert, und in der findet sich als Beispiel die Disposition der von Arp Schnitger erbauten Orgel der Kirche St. Jacobi in Hamburg. Bei einem Aufenthalt in Hamburg in dern 80ern habe ich dieses Instrument auch besichtigen können, spielbar war es damals nicht – das ist erst wieder seit seiner Restaurierung Anfang der 90er Jahre möglich. Ebenbürtig ist ihr die ebenfalls von Arp Schnitger erbaute Orgel der Ludgeri-Kirche in Norden, und von ihr möchte ich euch heute Bild- und Klangeindrücke hier in den Blog stellen. Barocker Orgelklang in höchster Vollendung, und der inspirierte uns auch damals, als es um die Festlegung des Konzeptes für die neue Orgel in St. Peter und Paul ging.

Ich selbst bin leider noch nicht in Norden bei und an diesem weltberühmten Instrument gewesen, die Bilder und Klangbeispiele hat mir mein Freund Rainer Bleek (Brain1966) dankenswerterweise und gern zur Verfügung gestellt – viel Freude beim Anschauen und Anhören, aber die brauche ich gar nicht zu wünschen, die stellt sich ganz von selbst ein, da bin ich sicher!

Fotos und Videos: Brain1966

Ein Gedanke zu „Aus dem Olymp der Orgelbauer“

  1. In der Heimat von Ute in der Lausitz in Großkmehlen steht eine Silbermannorgel. Die habe ich schon gesehen und gehört. Gottlieb Silbermann steht auch auf dem Podest der Orgelbauer!

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