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Orgeln in Bad Soden-Salmünster

– ein Blick auf andere Orgelprojekte in unserer Stadt –

Einen grundständigen Orgelneubau, so habe ich es schon in einem früheren Beitrag gesagt, erlebt eine Gemeinde höchstens alle 150 Jahre – oder muss ihn über sich ergehen lassen, je nach Standpunkt dazu. So lange hält eine handwerklich solide gebaute Orgel mindestens. Kleinere und größere Reparaturen oder Sanierungen sind öfter im Rahmen der Orgelpflege notwendig, sodass aus den letzten Jahrzehnten über mehrere kleinere Orgelprojekte in Bad Soden-Salmünster berichtet werden kann.

Parallel zum Einbau der neuen Orgel in St. Peter und Paul wurde im Jahr 1995 die Orgel in der katholischen St. Laurentius-Kirche in Bad Soden von der Orgelbauwerkstatt Hoffmann aus Ostheim/Rhön komplett saniert. Es handelte sich um einen technischen Neubau, d. h. Gehäuse und Pfeifenmaterial wurden wiederverwendet, die Traktur und die Spielanlage der Orgel wurden komplett erneuert. Das Instrument geht zurück auf das Jahr 1911, in dem es von der historisch bedeutsamen Fa. Walcker aus Ludwigsburg, einst eines der weltweit führenden Unternehmen im Orgelbau, errichtet wurde. Im Jahr 1959 wurde es zwischenzeitlich umgebaut. Mit der Sanierung 1995 wurde die originale Klanggestalt mit 21 Registern und zwei Manualen wiederhergestellt und eine Pedalzunge als Posaune 16′ hinzugefügt. Die elektrische Registertraktur mit ihrer Setzeranlage unterstützt den Spieler auch bei Konzerten vorteilhaft. Als Regionalkantor hat Thomas Wiegelmann diese Sanierung begleitet.

Die auf die Orgelbauwerkstatt Ratzmann in Gelnhausen, heute fortgeführt von Andreas Schmidt, zurückgehende Orgel in der evangelischen Versöhnungskirche aus dem Jahr 1913 erfuhr im Jahr 1992 eine größere Überholung durch den Orgelbauer Dieter Noeske aus Rotenburg an der Fulda, veranlasst vom damaligen Bezirkskantor Christian Hoffmann. Bei pneumatischen Trakturen, also solchen, bei denen die Übertragung zwischen Tasten und Pfeifen mittels Druckluft gesteuert wird, ist dies leider öfter erforderlich, da sie technisch aufwändiger und anfälliger sind als die robusten mechnischen Trakturen, bei denen diese Übertragung nur mit dünnen Holzleistchen geschieht. Die Stimmung der Orgel wurde im Zuge dieser Überholung auf den allgemein verbreiteten Kammerton a‘ mit 440 Hz eingestellt. Dadurch ist es möglich, die Orgel zusammen mit anderen Instrumenten in Gottesdienst und Konzert erklingen zu lassen. Derzeit steht erneut eine Überholung dieser Orgel und ihrer Traktur an.

Ratzmann-Orgel_Versöhnungskirche
Am Spieltisch der Ratzmann-Orgel der ev. Versöhnungskirche Salmünster, zusammen mit Katja Kleespies und Karin Dannenmaier; Foto: Barbara Kruse

Einen kompletten Orgelneubau erlebte auch die evangelische Erlöserkirche in Bad Soden. Das Projekt dafür wurde im Jahr 2002 zusammen mit der damaligen Bezirkskantorin Karin Dannenmaier gestartet und liefert genug Stoff für einen eigenen Blog – mal sehen. Der Neubau durch die Firma Mebold aus Siegen wurde im Jahr 2015 fertiggestellt. Seitdem besitzt auch diese Kirche im Stadtgebiet Bad Soden-Salmünsters ein wertvolles Instrument für Gottesdienst und Konzert.

Prospekt_Erlöserkirche
Mebold-Orgel, Erlöserkirche

Eine regelrechte Restaurierung eines historischen Instrumentes fand schließlich noch in Alsberg statt. Hier gelang es der auf Restaurierungen spezialisierten Orgelbaufirma Waltershausen, die Orgel von Fritz Clewing aus dem Jahr 1893 mit ihren klangvollen romantischen Stimmen zu erhalten und instandzusetzen. Tätig als Regionalkantor war hier wieder Thomas Wiegelmann.

Frank Kleespies erläutert die Besonderheiten der Alsberger Orgel
Vor der frisch restaurierten Clewing-Orgel in Alsberg; Foto: Barbara Kruse

Schließlich wurden einige Gelegenheiten ergriffen, um für Kirchen, Kapellen und Gottesdiensträume (meist) gebrauchte Orgeln anzukaufen und aufzustellen. Davon mehr im nächsten Blog-Beitrag …

2 Gedanken zu „Orgeln in Bad Soden-Salmünster“

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