Allgemein

Der erste Blick auf unsere neue Orgel

– die Orgel entsteht in der Orgelbauwerkstatt in Allkofen –

Nun sind wir gewissermaßen auf der Zielgeraden, die Spannungskurve des Orgelprojektes strebt unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen, und wir fiebern mit. Wir schreiben jetzt das Jahr 1994, und nach dem Wettbewerb mit der Ausschreibung von Orgel und Gehäusegestaltung und dem ersten Besuch in Laberweinting haben wir uns noch einmal ein wenig abgelenkt mit der Orgelsanierung in der Versöhnungskirche und der Beschaffung einer Friedhofsorgel für Bad Soden im Jahr 1993. Auch die Firma Jann war in der Zwischenzeit nicht untätig, die großen Orgeln im Bamberger Konzertsaal und dem Münchener Dom zu Unserer Lieben Frau sind entstanden. Aber jetzt, im Herbst des Jahres 1994, ist St. Peter und Paul in Salmünster dran. In der Werkstatt in Laberweinting-Allkofen werden die Holzteile des Orgelgehäuses geschreinert und aufgebaut. In den Pfeifenwerkstätten wird Orgelmetall aus Zinn und Blei gemischt und gegossen. Ja, gegossen – es wäre nutzlos, das Metall für die Pfeifen aus einem Block zu walzen, solche Pfeifen würden nicht gut klingen. Stattdessen wird die Orgelmetallschmelze auf einem langen Tisch ausgegossen, sodass nicht wie beim Walzen ein verdichtetes Material entsteht, sondern ein relativ lockeres. Die Pfeifen werden in der Werkstatt vorintoniert, gestimmt und ins Gehäuse schon einmal eingebaut. Auch die Verbindungen zwischen Tasten, Registerzügen und Pfeifen, die Traktur der Orgel, wird aus Holzleisten und Metallstäben hergestellt und in der Werkstatt verbunden, damit man sich sicher ist, dass am Aufstellungsort mehrere hundert Kilometer entfernt wirklich alles wie geplant passt und funktioniert. So entsteht eine Orgel schon komplett in der Orgelbauwerkstatt. Man kann sich denken, wie groß die Hallen der Orgelbauwerkstatt Jann sein müssen, damit dort unsere Orgel und besonders die des Münchener Domes mit ihren Höhen darin Platz gefunden haben – bei der viermanualigen Münchener Hauptorgel sind die größten Pedalpfeifen 10 m groß, und das Gehäuse reicht 15 m hoch. Nach dem Aufbau in der Werkstatt wird eine Orgel dann zerlegt, transportiert und an ihrem Bestimmungsort wieder zusammengebaut. Dort findet noch die Intonation sämtlicher Pfeifen im Raum statt, und das Gehäuse wird mit seinem Anstrich vollendet, was alles bei einer ansehnlichen Instrumentengröße auch nochmal einige Wochen in Anspruch nimmt.

Darüber aber demnächst mehr … heute, im Herbst des Jahres 1994, besuchen wir als Gemeinde mit allen Beteiligten und Interessierten noch einmal die Orgelbauwerkstatt Jann in Laberweinting. Denn den Anblick der bereits zusammengebauten Orgelteile, den wollen wir uns nicht entgehen lassen, und wir können es kaum erwarten, nach so langer Vorbereitungszeit von über zehn Jahren das Ergebnis unserer Anstrengungen wirklich vor Augen zu sehen.

Von diesem spannenden zweiten offiziellen Besuch in Laberweinting kündet bis heute ein Video, denn auch auf dieser Reise hat uns Wolfgang B. Moritz begleitet und später das analoge Filmmaterial digitalisiert und auf youtube gestellt – diese Plattform gab es ja erst viel später, seit 2005, um genau zu sein. Wir können daher den Film dort sehen, uns an den ersten Anblick der Jann-Orgel im November 1994 erinnern und von da aus auch schon ein bisschen in die Zukunft des Festjahres 1995 blicken, von der hier noch ausführlicher die Rede sein wird.

 

 

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